Totgesagte leben länger…

UBPorts führt Ubuntu Touch weiter

Alternative Betriebssystem für Handys interessieren mich schon lange. Wenn sie dann auch noch auf Linux basieren, dann finde ich das richtig interessant. Deshalb hatte ich mir Anfang 2015 das Ubuntu-Phone von BQ gekauft. Es war ein mittelmäßiges Telefon und für meine Zwecke noch nicht wirklich einsetzbar, dafür war der Kalender und das Adressbuch zu schlecht zu synchronisieren und es fehlten Kontaktmöglichkeiten zu Leuten, die keine Linux-Enthusiasten sind. Trotzdem fand ich das Handy interssant und das Konzept hat mir gefallen. Langsam gab es bei Apps und Kalender positive Entwicklungen und ich hoffte, dass die Sache irgendwann auch für mich alltagstauglich würde.

Dann hat Canonical in diesem Jahr das Ende von Ubuntu Touch verkündet und ich fragte mich, wie es wohl mit dem Handy weiter gehen würde: Fehlkauf oder macht die Communitiy was? Wieder eine Hoffnung auf ein freies Handybetriebssystem dahin?

Aber auf die Community ist Verlass. Mittlerweile gibt es UBPorts, ein Projekt, welches die Entwicklung der Ubuntu-Phones weiter trägt. Auf meinem BQ Aquaris E4.5 läuft es mittlerweile und immerhin bekomme ich jetzt wieder Sicherheitsupdates. Leider wird das System für mein einfaches Handy nicht mehr weiter voran getrieben, aber die Entwicklung bei den Apps kann ich schon noch mitmachen. So gibt es jetzt eine einfach einzurichtende caldav-Synchronisation für den Kalender und Web-Apps lassen sich sehr simpel auf der Basis einer Webseite erstellen.

Ich bin froh, dass es weiter geht und werde das Projekt weiter verfolgen. Besonders freut mich, dass es einen guten Port auf das Fairphone 2 gibt, wenn die Entwicklung gut weiter geht, werde ich den sicherlich auch mal ausprobieren.

Was ist so toll an den neuen Smartphones?

In der letzten Zeit gab es ein großes Getue um tolle neue Smartphones. Apple preist seine Gesichtserkennung an, Samsung ein faltbares Display und alle wollen sie mit schlauen Assistenten das Leben leichter machen. Bei all dem Getöse frage ich mich, wann machen die Smartphone-Hersteller endlich ihre Hausaufgaben?

Wo ist das langlebige, leicht reparierbare Smartphone? Wo bleibt die lange Akkulaufzeit? Was ist mit Updates über viele Jahre, zumindest Sicherheitsupdates?

Stattdessen sind fast alle aktuellen Smartphones voll verklebt, Akkus können nicht mehr getauscht werden und Reparaturen kosten eine Menge Geld. Design steht ganz oben, aber nicht praktisches Design sondern nur tolles Aussehen. Damit das Smartphone länger hält, kauft der Nutzer dann eine Hülle. Da hätte man auch gleich ein stabileres Design machen können.

Also ich will nicht ständig das Handy wechseln um die neuesten Gimmicks zu haben. Ich bin froh, wenn alles ordentlich eingerichtet ist. Und die Assistenten sind mir zu neugierig. Ich will auch noch selbst Dinge entdecken und nicht alles vorgeschlagen bekommen.

Für mich ist die genialste Entwicklung in der letzten Zeit das Fairphone 2. Das lässt sich tatsächlich auseinander nehmen und selbst reparieren. Ersatzteile gibt es direkt beim Hersteller zu vernünftigen Preisen. Natürlich kann ich den Akku selbst tauschen. Ich kann das Handy auch ohne Google- Dienste benutzen und muss diesem Konzern nicht alles verraten. Und bei der auseinandergenommenes FairphoneProduktion wird überprüfbar darauf geachtet, dass die Rohstoffe möglichst nicht aus Konfliktgebieten kommen und dass die Arbeiterinnen einigermaßen faire Arbeitsbedingungen haben. Leider ist das nur ein kleiner Hersteller und er hat mit den typischen Problemen kleiner Hersteller zu kämpfen. Es läuft nicht immer alles rund, es sind nicht immer alle Ersatzteile da und für die Langzeitunterstützung ist man auf die großen Kompon entenhersteller angewiesen.

Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und man ist dort mit den Nutzern im Kontakt und kennt ihre Wünsche. So gibt es seit Kurzem eine bessere Kamera, die man gegen die ursprünglich verbaute Kamera tauschen kann. Das ist doch mal ein Fortschritt!